Herzlich willkommen im Katzendiabetes-Forum, das von September 2002 bis zum Januar 2012 aktiv online war. Es ist geschlossen, öffentlich beraten wird nicht mehr. Nur noch privat, siehe unten. Die Beiträge vieler Jahre mit wertvollen Infos bleiben jedoch lesbar stehen. Auf viele deiner Fragen wirst du hier Antwort finden, auch über die Suchfunktion des Forums.

Die hier gegebenen Ratschläge ersetzen jedoch nicht den Besuch beim Tierarzt. Du befolgst sie auf eigene Verantwortung.

Dieses Forum richtete sich vor allem an Tierhalter, die Caninsulin geben. Wir waren jedoch auch bei der Information und Einstellung zu Lantus und Levemir und anderen Insulinen behilflich. Beachte dazu unten die entsprechenden Unterforen.

Hier geht es zur Homepage Katzendiabetes. Du solltest dir dort das Grundwissen anlesen, viele deiner Fragen werden sicher schon dort beantwortet.

Ehemalige Moderatoren: Helga/Bonnie u. Clyde und Nicole/Lo-Si u. Twix

Glossar-Unbekannte Ausdrücke-Abkürzungen    Mein Gästebuch     Kriterien für einen kompetenten TA bei Katzendiabetes 

Über meine Homepage Katzendiabetes ist nach wie vor ein Kontakt mit mir möglich. Ich gebe gerne alle möglichen Erstinfos weiter und biete unentgeltlich Hilfestellung bei Problemen aller Art an, per Mail und auch telefonisch. (Mail: helga.schoolmann@gmx.de und Telefon 04931/934987) Ich berate auch zu Einstellungen, nur eine tägliche Betreuung der Insulineinstellungen zu festen Zeiten ist mir leider nicht mehr möglich. Helga

Zum alten Klönschnack


Clyde
geboren 5/1994
Diabetiker seit 8/2001
gestorben 6/2010
| Forum | Suchen | Mitglieder | Galerie | Kalender | RSS-Reader | Home

» Willkommen Gast [ login | registrieren ]


Futtermanagement bei diabetischen Katzen


Forum
- Ernährung



 
von Helga, Bonnie und Clyde am 31.12.2009 12:20

Richtiges Futter in der richtigen Menge zur richtigen Zeit ist die halbe Diabeteseinstellung. Das beste Insulin bewirkt keine guten Zuckerwerte, wenn falsch gefüttert wird.

Zum Futter: Bei diabetischen Katzen füttert man proteinreich, moderat Fett, wenig Kohlenhydrate.
Diätfutter sind nicht zwingend notwendig.

Allgemeine Infos zu Futter und Futtersorten

Trockenfutter sollte man vermeiden, es enthält zu viele Kohlenhydrate, selbst die Diätfutter. Normales Nassfutter aus der Futterliste bewirkt meistens wesentlich bessere Zuckerwerte.

Zur Menge:

Bei jedem Insulin muss die Futtermenge täglich gleich hoch bemessen sein. Sie wird auf beide Insulingaben gleichmäßig verteilt.

Solange ein Tier noch untergewichtig ist, füttert man, bis das Tier satt ist und passt das Insulin an. Regelmäßiges Wiegen ist wichtig. Es soll ein Idealgewicht erreicht werden, das Tier sollte nicht übergewichtig werden, das erzeugt nur Insulinresistenz.

Füttert man ad libitum (Futter, so viel das Tier möchte) und gibt entsprechend viel Insulin, kann man ein Tier schnell mit Insulin mästen und die Zuckerwerte werden keine Kontinuität aufweisen.

Übergewichtige Tiere müssen vorsichtig auf ein Normalgewicht gebracht werden, mehr als 1-2 % des Körpergewichts sollte das Tier pro Woche nicht verlieren, sonst drohen gravierende Leberschäden.

Es wird oft gefragt, wie viel eine Katze fressen muss. Dafür gibt es keine verbindlichen Angaben. Jede Katze sollte soviel fressen, dass sie ihr Idealgewicht hält oder es bekommt.

Zur Futterzeit:

Das Wirkprofil der Insuline ist verschieden, darum muss auch unterschiedlich gefüttert werden.

Caninsulin enthält 30 % schnellwirkendes Insulin und 70 % verzögert wirkendes Insulin. Bei diesem Insulin ist es wichtig, dass VOR der Insulingabe ausreichend gefressen wird. Der Nadir (niedrigste Wert, höchster Wirkungsgrad des Insulins) tritt bei Caninsulin nach 4- 5 Stunden auf, bei zuviel Insulin auch oft deutlich später.

Bis zum Nadir kann man noch kleine Mengen nachfüttern, danach möglichst kaum noch Futter geben, eventuell mal einen kleinen Snack ( siehe Futterseite der HP )Füttert man regulär nach dem Nadir, füttert man die Werte wieder hoch, der langsam wirkende Teil des Caninsulins schafft neue Futterwerte nicht mehr oder zu wenig.

Ganz anders ist die Fütterung bei den langwirkenden Insulinen wie Lantus, Levemir oder PZI.
Wie bei Caninsulin wird die Gesamtfuttermenge auch durch 2 geteilt und auf beide Insulingaben verteilt. Sie muss jedoch in mehrere kleine Futtermengen aufgeteilt werden.

Beispiel: 300 g Gesamtfuttermenge. Halbe Menge= 150 g. Diese halbe Menge wird z.B. aufgeteilt auf dreimal 50 g (PRE, +3 , + 6) Oder 60/60/30 usw. Man muss etwas ausprobieren, wie es einem persönlich am besten zeitlich passt und wie die Werte auf die Futtermengen reagieren. Fütterungen nach + 6 sind manchmal ungünstig, auch da gibt das Glukometer deutlich Auskunft.

************************

Es passiert sicher jedem mal, dass die Zuckerwerte zu tief sinken. Bei Caninsulin ist der untere Wert 100 mg/dl, es wirkt heftig, man muss ein gutes Polster nach unten haben. Bei den langsamer wirkenden Insulinen lassen wir die Werte in unserem Forum bis auf 80 mg/dl sinken, auch damit ist noch ein Sicherheitspolster nach unten gewährleistet. Kritisch werden Werte deutlich unter 50 mg/dl, da heißt es aufpassen, messen und füttern!

Was ist zu tun bei zu niedrigen Werten?

Sowie ein Wert unter 100 mg/dl (bzw. unter 80 mg/dl) auftritt, sollte man reagieren und zunächst nach der Ursache suchen. Hat das Tier anders als sonst gefressen? Weniger? Grundsätzlich gilt, dass man nicht die übliche Menge Insulin spritzen kann, wenn ein Tier weniger frisst. Und wenn es gar nicht frisst, kann man auch gar nicht spritzen. In diesem Fall sollte man verstärkt auf Ketone messen und das Tier möglichst bald beim TA vorstellen, wenn die Futterverweigerung anhält. Nicht länger als einen Tag hungern lassen!!!

Hat das Tier erbrochen oder Durchfall? In diesen Fällen können die Werte bis ins Bodenlose fallen, weil dem Insulin überhaupt kein Futter im Körper entgegensteht. Das Insulin muss auf der Stelle beschäftigt werden, mit neuem Futter bzw. mit Traubenzucker, sonst droht eine Unterzuckerung.

Bekommt es gerade ein Antibiotikum (AB)? Entzündungen/Infekte können hohe Zuckerwerte verursachen, durch das AB erfolgt eine Heilung, die Zuckerwerte können deutlich sinken. Das Insulin muss angepasst werden.

Die Dosis kann zu hoch sein. Dann werden immer wieder Werte auftauchen, die deutlich unter den oben genannten Richtwerten liegen. Die Insulindosis sollte dann verringert werden.

Bei zu niedrigen Werten füttert man zunächst normales Futter, nicht in Unmengen, sonst pusht man die Werte zu hoch und der nächste PRE-Wert wird abenteuerlich hoch werden. Traubenzucker gibt es nur, wenn die Werte bedenklich niedrig fallen und immer wieder sinken, trotz Beschäftigung des Insulins. Traubenzucker erhöht jedoch nur kurzfristig, häufige Messungen sind angebracht, auch wenn die Werte bereits wieder angestiegen sind, können sie noch wieder fallen, bis das Insulin sich ausgetobt hat.

Es macht jedoch keinen Sinn, bei zu niedrigen Werten viel zu füttern, die Werte deutlich ansteigen zu lassen und dann die Dosis wieder zu erhöhen. So kommt man in einen Teufelskreis hinein aus mal zu niedrigen, mal zu hohen Werten. Eine gute Einstellung ist das nicht. Außerdem wird das Tier durch die ständig erhöhte Insulinmenge vermutlich deutlich zunehmen, Insulin macht Hunger, viel Insulin macht viel Hunger.












Geändert von Helga, Bonnie und Clyde am 14.Jun.2010 12:37

Bei ForumRomanum, im Forum suchen nach Futtermanagement diabetischen ...

Antworten
  • Futtermanagement bei diabetischen Katzen (Helga, Bonnie und Clyde * | 31.12.2009 12:20)


Chat
Zur Zeit sind Benutzer im Chat.
Forumsbetreiber: Helga Schoolmann     26506 Norden     Johann-Christian-Reil-Str.21     helga.schoolmann@gmx.de    04931/934987

Informationen zum Datenschutz | ForumRomanum kostenlos: Gruppe, Forum, Blog