Helga, Bonnie und Clyde


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Behandlungsmöglichkeiten der Akromegalie, 10.09.2008 09:04
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Behandlungsmöglichkeiten der Akromegalie
1. Operation
Die bei Menschen relativ übliche Entfernung der Hypophyse und des Adenoms wird bei Katzen sehr selten durchgeführt. Die einzige Tierklinik, die eine Hypophysektomie bei Katzen durchführt, ist die Universitätstierklinik in Utrecht (NL). Nach Auskunft der dortigen Experten liegt die Mortalität bei 30-40%, wobei die Tiere bereits unter der OP sterben können, da durch die spezielle OP-Technik (durch den Gaumen) der Kopf so sehr überstreckt wird, dass es zu irreversiblen neurologischen Schäden kommen kann.
Tierbesitzern, die eine solche OP durchführen lassen wollen, sollten sich darüber im Klaren sein, dass mit Entfernung der Hypophyse sämtliche Funktionen des Organs ersetzt werden müssen.
Im Hypophysenvorderlappen und im Hypophysenhinterlappen werden Hormone gebildet, gespeichert und in den Blutkreislauf abgegeben, die z.T. verschiedene Körpergewebe direkt beeinflussen. Zumeist steuern die Hypophysenvorderlappen-Hormone aber die Produktion von weiteren Hormonen in anderen Drüsen des Körpers.
• TSH, Schilddrüsen-stimulierendes Hormon. Ein Schilddrüsenhormonmangel führt zu einem "Herunterschrauben" der Stoffwechselprozesse mit körperlicher und geistiger Leistungsminderung, Antriebsmangel, Müdigkeit, Verstopfung, Blutdruck - und Pulsabfall, sowie trockener und schuppiger Haut.
• ACTH, Nebennierenrinden-stimulierendes Hormon.
Ein Cortisolmangel führt zu Gewichtsabnahme, Leistungsverlust, Abgeschlagenheit, Absinken des Blutdrucks usw. Da der Körper auf die Anforderungen von Umwelt und Umgebung nicht mehr entsprechend reagieren kann, kann ein Cortisolmangel lebensbedrohliche Formen annehmen. Bei Überdosierung des notwendigen künstlichen Cortison´s kann Heißhunger entstehen.
• Wachstumshormon (STH). Tritt ein Wachstumshormonmangel nach Abschluss des Wachstums im Erwachsenalter auf, so kommt es zu einem verstärkten Abbau von Muskeleiweiß und gleichzeitig zu einer Zunahme des Fettgewebes.
• Antidiuretisches Hormon (ADH), auch Vasopressin (AVP) wird im Hypophysenhinterlappen gespeichert. ADH ist für die Harnkonzentrierung in der Niere verantwortlich. Beim ADH - Mangel kommt es zum sog. Diabetes insipidus, d.h. der Urin kann nicht mehr konzentriert werden und besteht fast nur aus klarem Wasser. Die Tiere trinken sehr viel und pullern dementsprechend viel.
• Und weitere Hormone, die jedoch bei kastrierten Katzen nicht relevant sind
Die Einstellung der operierten Tiere mit den fehlenden Hormonen ist sehr schwierig und erfordert eine intensive postoperative Betreuung durch fachlich versierte Tierärzte. Der Kontakt zu den Tierärzten in Utrecht soll sich schwierig gestalten (sehr knappe telefonische Sprechzeiten) und erfordert englische Sprachkenntnisse.
Ein insulinresistenter Diabetes mellitus ist nach einer OP oft verschwunden, leider aber nicht immer.
Unter dem Strich kommt unter Umständen, nach einer OP, eine Katze heraus, die irrsinnig viel trinkt, frisst und pinkelt…die fett und aufgrund dessen träge und unbeweglich wird und unter diversen Folgeerkrankungen leiden kann.
2. Bestrahlung
Eine Therapie mit Kobalt-Strahlen wird nach meinem Wissen für Hunde und Katzen in D nur in der Tierklinik H… (Name bekannt) durchgeführt.
Vor Beginn dieser Behandlung muss unbedingt ein CT oder ein MRT vorliegen, weil man ja sonst nicht weiß wo genau der Tumor an der Hypophyse liegt.
Rein praktisch gesehen ist die Durchführung der Strahlentherapie nicht einfach. Sie erfolgt im Durchschnitt mehrmals wöchentlich, was das Einquartieren von Katze mit Frauchen/Herrchen in eine Pension erforderlich macht, wenn man sein Tier nicht alleine lassen will, oder als Alternative die Aufnahme der Katze in der oben genannten Tierklinik.
Die Katze muss für jede Bestrahlung narkotisiert werden, weil sie sich natürlich während der Bestrahlung keinesfalls bewegen darf. Trotzdem kann es zu neurologischen Ausfallserscheinungen kommen. In der Literatur wird von Nekrotisierung von Hirngewebe und visuellen Ausfällen berichtet.
Die Erfolge dieser Therapie sind nicht von der Hand zu weisen. Teilweise kam es zum Schrumpfen des Tumors und nachfolgend zur Normalisierung des IGF 1 und STH. Der Diabetes hat sich bei mehreren Katzen zurückgezogen.
3. Medikamente
Eine medikamentöse Behandlung wird bei Menschen mit Somatostatin-Analoga durchgeführt. Bei Hunden soll der Einsatz dieser Medikamente ebenfalls zu Erfolgen geführt haben. Die Literatur berichtet über den Einsatz der Analoga bei Katzen in der Regel nicht positiv oder gar nicht.
Octreotid ist nicht wirksam bei der Katze und Bromocriptin ist bei der Katze nicht evaluiert.
Aus Utrecht wurde berichtet, dass die Medikamente ausgesprochen kostspielig sind (mehrere Tausend Euro im Jahr), weshalb es hierüber auch wohl wenig Erfahrungsberichte geben wird. Zudem erfordert auch diese Methode eine engmaschige Betreuung durch Fachleute, die hinreichend Wissen und Erfahrung über diese Behandlung und die Medikamente haben. Man sieht dort den Einsatz dieser Medikamente jedoch als weitere Möglichkeit eine Behandlung der Akromegalie bei Katzen.
Quellen:
1. Einsatz und Bedeutung der Radiotherapie bei Tumoren endokriner Organe, Roswitha Dorsch, J. Hirschberger( Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München)
2. Acromegaly and hyperadrenocorticism in cats:A clinical perspective, Edward C Feldman, Richard W Nelson (University of California, Davis, USA)
3. H.S.Kooistra, Uni-Tierklinik Utrecht
4. www.tierklinik-hofheim.de/index.htm
Copyright Doris Timmermann, 2008
an Doris für das Zusammentragen der Informationen.
Geändert von Helga, Bonnie und Clyde am 24.Sep.2008 12:49 |
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